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Duales Studium: Welche Modelle es gibt

Veröffentlicht am Oktober 5, 2026 · geprüft am September 19, 2026 · Redaktion

Duales Studium: Welche Modelle es gibt

Ein duales Studium gibt es in vier unterschiedlichen Modellen, die sich vor allem darin unterscheiden, ob am Ende zusätzlich zum Bachelor ein IHK-Abschluss steht und ob die Studierenden bereits berufstätig sind. Wer sich für den dualen Weg entscheidet, sollte diese vier Varianten kennen, bevor die Bewerbung an ein bestimmtes Unternehmen oder eine bestimmte Hochschule geht.

📋 Kurz zusammengefasst

Es gibt vier Modelle des dualen Studiums: ausbildungsintegrierend kombiniert Bachelor und IHK-Ausbildung gleichzeitig, praxisintegrierend verbindet Studium mit Praxisphasen ohne formale Ausbildung, berufsintegrierend richtet sich an bereits Berufstätige mit reduzierter Arbeitszeit, und berufsbegleitend kombiniert Vollzeitjob mit Abend- oder Fernstudium. Nur das ausbildungsintegrierende Modell endet mit zwei Abschlüssen gleichzeitig, bei den anderen drei Modellen steht ausschließlich der Studienabschluss am Ende.

Was unterscheidet die vier Modelle des dualen Studiums grundlegend?

Das ausbildungsintegrierende Modell ist die einzige Variante, bei der Studierende am Ende sowohl einen Bachelor-Abschluss als auch ein offizielles IHK-Ausbildungszeugnis in der Hand halten. Dieses Modell richtet sich an Schulabgänger ohne vorherige Berufserfahrung und gilt zugleich als die zeitlich anspruchsvollste Variante, weil Vorlesungen, betriebliche Arbeitsphasen und Berufsschulunterricht parallel bewältigt werden müssen.

Das praxisintegrierende, auch kooperativ genannte Modell verzichtet auf die formale Ausbildung und wechselt stattdessen zwischen Studienphasen und praktischen Arbeitsphasen als Angestellter oder Praktikant. Am Ende steht ausschließlich der Bachelor-Abschluss, dafür ist der zeitliche Druck geringer als bei der ausbildungsintegrierenden Variante, weil die Berufsschule komplett entfällt.

Für wen eignen sich die berufsintegrierenden und berufsbegleitenden Modelle?

Das berufsintegrierende Modell richtet sich an bereits berufstätige Menschen, die ihre Arbeitszeit reduzieren, um parallel zu studieren. Voraussetzung ist ein Arbeitgeber, der diese Flexibilität mitträgt, eine formale Ausbildung findet in diesem Modell nicht statt. In manchen Fällen ist dieser Weg sogar ohne Abitur zugänglich, wenn ausreichend Berufserfahrung nachgewiesen werden kann.

Das berufsbegleitende Modell ähnelt einem klassischen Teilzeitstudium am stärksten: Vollzeitbeschäftigung und ein Abend- oder Fernstudium laufen parallel, ohne dass der Arbeitgeber zwingend involviert sein muss. Wer diesen Weg wählt, finanziert das Studium meist selbst, kann aber je nach Arbeitgeber auf Freistellungen für Prüfungsphasen oder finanzielle Unterstützung hoffen.

💡 Expert Insight

Ein Detail, das bei der Modellwahl oft übersehen wird: Beim praxisintegrierenden Modell rotieren manche Studierende jedes Semester durch unterschiedliche Unternehmen statt bei einem festen Arbeitgeber zu bleiben. Das bringt zwar mehr Abwechslung und ein breiteres Netzwerk, erschwert aber den Aufbau tiefer fachlicher Expertise in einem einzelnen Unternehmen. Wer gezielt auf eine Übernahme nach dem Studium hinarbeiten möchte, sollte vor der Bewerbung klären, ob das jeweilige Praxisunternehmen ein festes oder rotierendes Modell anbietet.

Wie wichtig ist der IHK-Abschluss für die spätere Berufswahl?

Der zusätzliche IHK-Abschluss aus dem ausbildungsintegrierenden Modell wird vor allem in Branchen relevant, in denen ein formaler Ausbildungsnachweis auch später noch verlangt wird, etwa im Handwerk oder in bestimmten kaufmännischen Bereichen mit Meisterprüfungs-Perspektive. Für viele akademische Laufbahnen spielt der IHK-Abschluss dagegen keine entscheidende Rolle mehr, sobald der Bachelor vorliegt.

Wer unsicher ist, ob der doppelte Abschluss den höheren zeitlichen Aufwand rechtfertigt, sollte die eigene Zielbranche genau betrachten. In stark regulierten Berufsfeldern kann der IHK-Abschluss langfristige Vorteile bringen, während er in vielen anderen Bereichen ein reines Zusatzzeugnis ohne praktische Relevanz bleibt.

💬 Meine Einschätzung

Viele Studieninteressierte entscheiden sich vorschnell für das ausbildungsintegrierende Modell, weil es nach dem „mehr ist besser“-Prinzip klingt, zwei Abschlüsse statt einem. Wer aber keine Branche mit formalem Ausbildungsbedarf anstrebt, trägt die zusätzliche Belastung durch die Berufsschule oft ohne echten Gegenwert. Eine realistische Einschätzung der eigenen Zielbranche vor der Modellwahl erspart im Studienverlauf viel unnötigen Stress.

✓ Das Wichtigste in Kürze

  • Ausbildungsintegrierend: Bachelor plus IHK-Abschluss, zeitlich am anspruchsvollsten
  • Praxisintegrierend: Studium plus Praxisphasen, ohne formale Ausbildung
  • Berufsintegrierend: für bereits Berufstätige mit reduzierter Arbeitszeit
  • Berufsbegleitend: Vollzeitjob plus Abend- oder Fernstudium, meist selbst finanziert
  • Nur das ausbildungsintegrierende Modell führt zu zwei Abschlüssen gleichzeitig

Häufige Fragen zu den Modellen des dualen Studiums

Welches Modell ist am zeitintensivsten?

Das ausbildungsintegrierende Modell, weil Vorlesungen, betriebliche Arbeitsphasen und Berufsschule parallel bewältigt werden müssen.

Kann ich ein duales Studium ohne Abitur beginnen?

Beim berufsintegrierenden Modell ist das mit ausreichender Berufserfahrung teilweise möglich, bei den anderen Modellen ist meist die Hochschulreife Voraussetzung.

Bekomme ich bei jedem Modell ein Gehalt?

Beim ausbildungsintegrierenden und praxisintegrierenden Modell in der Regel ja, beim berufsbegleitenden Modell hängt das von der eigenen Vollzeitstelle ab.

Quellen und weiterführende Literatur

Die Studienmodelle im Überblick — wegweiser-duales-studium.de.
Studienmodelle im dualen Studium — AUBI-plus.
Duales Studium: Modelle, Ablauf, Gehalt & Bewerbung — profiling-institut.de.

Empfohlene Internal Links

Im Abschnitt zu berufsintegrierenden Modellen verlinken zu Themen-Übersicht. Im Abschnitt zum IHK-Abschluss verlinken zu Hochschulen-Übersicht. Im Schluss verlinken zu Alle Ratgeber und BAföG-Rechner.

Redaktion: Dieser Beitrag wurde redaktionell erstellt und geprüft. Fachliche Angaben tragen ein Stand-Datum; Korrekturen kennzeichnen wir sichtbar.

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